Testament bzw. Testamentsvollstreckung, Erbschaft, Erben, Erbengemeinschaft, Schenkung,Testament bzw. Testamentsvollstreckung, Erbschaft Erben Erbengemeinschaft Schenkung Kapitalgesellschaft, Personengesellschaft, GmbH&Co.KG GmbH OHG Einzelfirma Inhaber Beratungsbedarf Kommanditgesellschaft, Betriebsstätte im Ausland, Internationales Steuerrecht und Auslandsbeziehungen, Unternehmensnachfolgeregelungen Schenkungssteuer, Immobiliensteuerrecht, Eigenheimzulage, Sonderabschreibungen und Immobilienbewertung Unternehmensnachfolge Grünwald Zillerhof Moosach Laim Olching Germering Herrsching Starnberg Gilching Wessling Widdersberg Weilheim Schwabing Pasing Sendling Obermenzing Gräfelfing Hadern Karlsfeld Allach Untermenzing Eichenau Puchheim Planegg Aubing Lochhausen Langwied Blutenburg Gilching Puch Lindach Maisach Olching Gröbenzell Zillerhof Inning 

Häusliches Arbeitszimmer: Bestimmung des Mittelpunkts der Gesamttätigkeit bei mehreren Tätigkeiten

Finanzverwaltung passt BMF-Schreiben an die Rechtsprechung an

Üben Sie verschiedene Tätigkeiten in Ihrem häuslichen Arbeitszimmer aus, gibt es den unbeschränkten Werbungskosten- / Betriebsausgabenabzug nur, wenn das Arbeitszimmer den Mittelpunkt Ihrer Gesamttätigkeit darstellt. Ein aktuelles BMF-Schreiben liefert Ihnen die richtigen Argumente.

Mittelpunkt der Gesamtbetätigung:
Der unbeschränkte Werbungskosten- bzw. Betriebsausgabenabzug kommt grundsätzlich nur dann in Frage, wenn das häusliche Arbeitszimmer den Mittelpunkt aller betrieblicher und beruflicher Betätigungen bildet.

Qualitativer Schwerpunkt:
Das Finanzamt darf nicht nur auf die zeitliche Anwesenheit im Arbeitszimmer abstellen. Vielmehr ist zu prüfen, ob die wesentlichen Arbeiten der einzelnen Betätigungen im Arbeitszimmer verrichtet werden. Ist das der Fall, steht dem unbeschränkten Werbungskosten- bzw. Betriebsausgabenabzug nichts im Wege.

Zuordnung der Schwerpunkte:
Lässt sich nicht zuordnen, wo sich der qualitative Schwerpunkt einer Betätigung befindet, kann das Arbeitszimmer nicht alleine durch die Summe der darin verrichteten Arbeiten zum Mittelpunkt der Gesamttätigkeit werden,

Sie sollten dem Finanzamt detailliert darstellen, welche Tätigkeiten Sie jeweils zu erledigen haben und was Ihre Kernaufgaben dabei sind. Zeitliche Angaben sollten Sie nur dann machen, wenn das Finanzamt Sie hierzu explizit befragt. Arbeitnehmer sollten sich diese Ausführungen stets von ihrem Arbeitgeber schriftlich bestätigen lassen.

Dienstwagenbesteuerung: Privatnutzungsverbot kann nicht ohne weiteres ignoriert werden

Ein Urteil des Finanzgerichts Niedersachsen erklärte den pauschalen Unterstellungen des Finanzamts eine Absage (Az. 1 K 354/01). Spricht der Arbeitgeber seinen Mitarbeitern gegenüber ein schriftliches Privatnutzungsverbot aus (welches in die Unterlagen zum Lohnkonto aufgenommen werden muss), ist dies in folgenden Fällen trotz fehlender Überprüfung des Arbeitgebers vom Finanzamt zu akzeptieren:

• Eine Pflichtverletzung würde arbeitsrechtliche Konsequenzen nach sich ziehen,

• das Fahrzeug ist mit einem Werbeschriftzug des Arbeitgebers versehen,

• aus betrieblichen Gründen muss stets Material im Fahrzeug eingelagert sein oder

• der Arbeitnehmer und sein Ehegatte verfügen selbst über einen eigenen Pkw.

Selbstständiger EDV-Berater als freier Beruf

BFH, Urteil v. 4.5.04, XI R 9/03 (veröffentlicht am 29.9.04)

Ein selbständiger EDV-Berater, der Computer-Anwendungssoftware entwickelt, kann einen dem Ingenieur ähnlichen Beruf i.S. des § 18 Abs. 1 Nr. 1 EStG ausüben (Änderung der Rechtsprechung).

Der BFH geht davon aus, dass zur freiberuflichen Tätigkeit neben den in § 18 Abs. 1 Nr. 1 Satz 2 EStG ausdrücklich genannten sog. Katalogberufen - wie z.B. dem Beruf des Ingenieurs - auch die den Katalogberufen ähnlichen Berufe gehören.
Bei der Beurteilung von EDV-Beratern hatte der BFH bisher unterschieden: Soweit es um die Entwicklung von Anwendersoftware ging, lag nach seiner Auffassung keine ingenieurähnliche, sondern sine gewerbliche Tätigkeit vor (BFH, Urteil v. 7.12.1989 IV R 115/87, BStBI 1990 II S. 137); die Entwicklung von Systemsoftware beurteilte er dagegen als ingenieurähnlich - und damit freiberuflich (BFH, Urteil v. 7.11.1991 IV R 17/90, BStBI 1993 lI S. 324). Diese Unterscheidung hat der BFH - angesichts der wissenschaftlichen und technischen Entwicklung in diesen Bereichen - nunmehr aufgegeben. In der zum Streitfall ergangenen Entscheidung setzt er - unter ausdrücklicher Aufgabe seiner bisherigen Rechtsprechung - für die Annahme einer ingenieurähnlichen Tätigkeit lediglich noch voraus, dass der Stpfl. „qualifizierte Software durch eine klassische ingenieurmäßige Vorgehensweise (Planung, Konstruktion und Überwachung) entwickelt“. Der BFH betont allerdings, dass nicht jede Tätigkeit im Bereich der Entwicklung von Anwendersoftware als freiberuflich i. S. des § 18 Abs. 1 Nr. 1 EStG anzusehen ist, die Entwicklung von sog. „Trivialsoftware“ beurteilt er nach wie vor als gewerblich.

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